die nichtwissende Haltung im Coaching, in der Supervision und der Lerntherapie

Warum die eigene Haltung im Coaching, in der Supervision oder der Lerntherapie den Unterschied macht

Warum Nicht-Wissen uns als Fachkräfte entlastet

Manche Klienten erhoffen sich, dass wir als Experten die Lösung für sie parat haben. Daher erfordert es ein wenig Mut zu sagen: „Ich weiß nicht, was das Beste für Sie ist.“ Aber genau diese Haltung ist gleichzeitig ein wichtiges Werkzeug in der Supervision und in der pädagogischen Praxis. Wenn wir meinen zu wissen, was für den anderen richtig ist, übernehmen wir eine Last, die uns gar nicht gehört. Um im Bild des Rucksacks zu bleiben: Wir sortieren dann den Rucksack für sie um – und wissen am Ende gar nicht, ob sich der Klient darin überhaupt noch zurechtfindet. Wir engen den Lösungsraum auf unsere eigenen Erfahrungen und Denkmuster ein. Der Rucksack wird vielleicht geräumiger (für uns) oder erhält mehr Fächer, passt aber gar nicht mehr zum Klienten.

Die nichtwissende Haltung zeigt Vertrauen in die Ressourcen des Klienten. Wir sind die Experten für die Struktur, für den sicheren Rahmen und für die passenden Fragen. Der Klient bleibt der Experte für den Inhalt und für das eigene Tempo. Diese klare Aufteilung entlastet uns als Begleiterinnen und Begleiter spürbar.

Haltung prägt Realität

Stell dir zwei Lehrkräfte vor, die in derselben Klasse unterrichten:

Die eine Lehrkraft hat eine positive Grundhaltung ihren Schülern gegenüber. Sie kann in jedem Schüler Stärken sehen und für jeden Ressourcen benennen. Bei ihr verläuft der Unterricht meist ruhig und alle Schüler mit.

Die andere Lehrkraft in derselben Klasse hat die Grundhaltung, dass die meisten Schüler keinen Bock auf Schule haben, faul und dumm sind.

Was denkst du, wie es in dieser Unterrichtsstunde aussieht?

Genau. Die Haltung prägt, was wir sehen, wie wir reagieren und letztlich auch, wie sich die anderen verhalten.

Eine klare Perspektive für Pädagogik und Beratung

Auch in der Pädagogik funktioniert dieser Haltungswechsel. Kinder, Jugendliche und Familien merken sofort, ob wir ihnen mit einer fertigen Schablone begegnen oder ob wir uns aufrichtig für ihre Sichtweise interessieren. Ein offener Blick öffnet Türen, die durch Ratschläge oft verschlossen bleiben. Er gibt dem Gegenüber den Raum, eigene Lösungen zu entdecken – auch wenn diese ganz anders aussehen, als wir es uns vorgestellt haben.

Perpektivenwechsel

Fazit & Deine Einladung

Haltung ist keine Technik, die man auswendig lernt. Sie ist eine innere Ausrichtung, die wir immer wieder neu einstellen dürfen. Wenn wir den Druck ablegen, alles wissen zu müssen, wird unsere Arbeit mit den Klienten leichter, klarer und wirksamer.

Möchtest du diese systemische Haltung praktisch ausprobieren und für deinen Alltag verankern? In einer kleinen Gruppe widmen wir uns genau diesen Themen und füllen deinen Werkzeugkoffer mit Leben.

In unserem Präsenzseminar schaffen wir gemeinsam einen geschützten Raum für kollegialen Austausch, Entlastung und neue Impulse für deinen Praxisalltag.

In diesem Blogbeitrag erfährst du noch mehr über Haltung: Systemische Haltung: Mehr als nur Fragetechniken

 

Seminar oder kollegialer Austausch

Systemische Haltung lässt sich am besten im Austausch entwickeln – mit anderen, die auch auf dieser Reise sind.

Unser Einführungsseminar „Systemisches Arbeiten" bietet genau das: Raum zum Ausprobieren, Reflektieren und gemeinsam Wachsen. Mit etwas theoretischem Hintergrund und viel praxisnaher Arbeit.

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Du möchtest dich mit Kolleg:innen austauschen? Schau dir auch unsere kostenlose kollegiale Beratung an – begleitet, strukturiert und mit systemischem Blick.

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Über Anja Langner

Über die Autorin Anja ist Diplom-Pädagogin, systemische Beraterin, Supervisorin und Lerntherapeutin mit über 20 Jahren Erfahrung in der pädagogischen Praxis und Beratung. In ihrer Arbeit verbindet sie fundiertes Fachwissen mit einer systemisch-reflektierten Haltung. Als Gründerin von systemkompass.com unterstützt sie pädagogische Fachkräfte, Coaches und Therapeut:innen dabei, ihre berufliche Praxis mit Klarheit, Achtsamkeit und Haltung zu gestalten. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Supervision, Selbstfürsorge und professionelle Weiterentwicklung.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von Stärken stärken bei Kindern: Der Weg aus der Problemfixierung am 19. Juli 2026 um 09:00

    […] kommt meine grundlegende systemische Haltung, die jeden Fehler als wertvollen Lösungsversuch und natürlichen Teil des Lernprozesses begreift. […]

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